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In den nächsten Wochen wollen wir in unserer dreiteiligen Themenreihe über verschiedene Schlafkrankheiten informieren. Letzte Woche haben wir bereits über Narkolepsie gesprochen. Heute widmen wir uns der Krankheit namens „Schlafapnoe“. Die Krankheit kann schwere gesundheitliche Folgen haben und bedeutet übersetzt „Atemstillstand im Schlaf“. Sie ist eine schlafbezogene Atemstörung, tritt also nicht im Wachzustand auf.

Schlafapnoe – Wenn im Schlaf der Atem wegbleibt

Hat Ihr Partner sich schon öfter über Ihr lautes Schnarchen beschwert? Fühlen Sie sich morgens schlapp und unausgeruht? Wachen Sie in der Nacht öfter auf? Dann könnten Sie an einer „Schlafapnoe“ leiden.

Ab wann ist es eine Schlafapnoe?

Bei einer Schlafapnoe mit erhöhter Tagesmüdigkeit kommt es während der Nachtruhe immer wieder zu längeren Atemstillständen. Die Krankheit verhindert also gesunden und erholsamen Schlaf. Definiert wird das Syndrom, wenn die Atempausen im Schlaf mindestens zehn Sekunden andauern und öfter als zehn Mal pro Schlafstunde auftreten. Schätzungsweise leidet in Deutschland etwa drei Prozent der erwachsenen Bevölkerung an dieser Schlafkrankheit.
Doch wie kommt es zu einer Schlafapnoe? Statistisch gesehen, leiden vor allem Männer in höherem Alter an dieser Krankheit. So sind etwa zwanzig Prozent der 40- bis 60-Jährigen und knapp sechzig Prozent der 65- bis 70-jährigen Männer betroffen. Frauen bleiben meist bis zur Menopause verschont, danach sinken die geschlechtlichen Unterschiede.
Gründe für die Erkrankung kann starkes Übergewicht, die Blockade der Atemwege durch anatomische Veranlagung oder vorübergehende Gründe wie Nasenpolypen oder eine gehemmte Atmungsaktivität, zum Beispiel durch übermäßigen Alkoholkonsum, sein.
Unterschieden wird daher zwischen einer obstruktiven und einer zentralen Schlafapnoe.
Während bei einer zentralen Schlafapnoe der Schlafantrieb gestört ist, dessen Ursache eine Störung im Atemzentrum des Gehirns ist, liegt die Ursache der obstruktiven Variante der Erkrankung bei einer Blockade der Atemwege. Die zweite Variante tritt deutlich häufiger auf.

Wie äußert sich die Krankheit?

Betroffene schnarchen sehr laut. Dabei kann das Schnarchen eine Lautstärke von neunzig Dezibel erreichen, was ungefähr dem Lärm eines Presslufthammers entspricht. Dies ist vor allem der Grund, warum meistens zuerst dem Partner auffällt, dass mit der Atmung nicht alles korrekt ist. Charakteristisch für die Schlafapnoe sind die langen Atemaussetzer, die zwischen dem lauten Schnarchen deutlich zu erkennen sind.
Betroffene wachen in der Nacht sehr oft auf, da ihr Atem so lange aussetzt, bis der Körper in eine Art Alarmzustand versetzt wird und der Erkrankte aufwacht, um aktiv Sauerstoff einzuatmen und der Atemnot entgegen zu wirken. Am nächsten Tag sind die Wachphasen meistens wieder vergessen, dennoch fühlen sich Schlafapnoe-Patienten durch den immer wieder unterbrochenen Schlaf schlapp und unkonzentriert. Die Folgen des Schlafmangels sind Tagesmüdigkeit und Sekundenschlaf. Besonders bei eintönigen Aufgaben wie das Fahren eines Autos können die gefährlichen Schlafattacken eintreten. Menschen mit einer unbehandelten Schlafapnoe dürfen daher beruflich keine Fahrzeuge führen.

Gibt es Langzeitfolgen?

Ja, die gibt es. Die Atempausen ziehen immer wiederkehrenden Sauerstoffmangel nach sich. Dieser führt zu einem erhöhten Kohlendioxidgehalt im Blut, der auf Dauer Organe schädigen kann. Außerdem sterben bei zu geringer Sauerstoffzufuhr jede Nacht Gehirnzellen ab. Besonders im zunehmenden Alter schlägt sich die Krankheit auch auf das Herz-Kreislauf-System nieder. Schlechter Schlaf bedeutet Stress – es besteht eine erhöhte Gefahr von Herzinfarkten oder Impotenz.
Es empfiehlt sich also, einen Arzt aufzusuchen, wenn der Verdacht einer Schlafapnoe besteht.
In der Regel wird die Krankheit lebenslang therapiert.

Wie lässt sich Schlafapnoe therapieren?

Hilfe gegen Schlafapnoe kommt meist aus dem Schlaflabor. Sobald das Syndrom festgestellt wurde, kommen verschiedene Behandlungsmöglichkeiten in Betracht.
In der Regel wird eine sogenannte CPAP-Maske (Continuous Positive Airway Pressure) als lebenslange Maßnahme verordnet. Diese Maske sollte im Schlaflabor angepasst werden. Sie helfen dem Betroffenen bei der korrekten Atmung.
Leider sind die Masken alles andere als leise, sind aber leiser als das unregelmäßige Schnarchen und verhelfen zu einem gesunden Schlaf.
Hilfreich kann darüber hinaus eine Gebissschiene sein, die den Unterkiefer wenige Zentimeter nach vorne schiebt. Dadurch sind die Atemwege in der Regel etwas freier.
Eine weitere Behandlungsmöglichkeit bei dem Versagen von klassischen Therapiemethoden ist ein operativer Eingriff. Dies macht Sinn, wenn der Ursprung der Krankheit bei blockierten Atemwegen liegt.

In der Regel lässt sich sagen, dass eine unbehandelte Schlafapnoe zu einer verkürzten Lebenserwartung führt. Der Gang zum Arzt ist also durchaus zu empfehlen, wenn der Verdacht auf diese Krankheit besteht.