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In den nächsten Wochen wollen wir in unserer dreiteiligen Themenreihe über verschiedene Schlafkrankheiten informieren. Heute widmen wir uns der Krankheit Narkolepsie. Im Volksmund wird sie auch „Schlafsucht“ oder „Schlummerkrankheit“ genannt. Narkolepsie ist eine seltene, lebenslang andauernde neurologische Erkrankung.

Wir haben es alle schon einmal erlebt, die Nachtruhe ist uns einfach nicht gelungen und wir fühlen uns den ganzen Tag über schlapp, schläfrig und genervt. Schlafstörungen hatte aus verschiedensten Gründen jeder von uns schon einmal. Allerdings gibt es Menschen, die unter krankhaften Schlafstörungen leiden, die Beeinträchtigung des Alltags für die Betroffenen nach sich ziehen oder sogar zu einer verkürzten Lebenserwartung führen können.

Narkolepsie – Was sind die Symptome?

Mögliche Symptome können Tagesschläfrigkeit, nächtliche Schlafstörungen, Kataplexien (kurzfristiges Muskelversagen), Schlaflähmung und Halluzinationen während der Einschlaf- und/oder Aufwachphase sein. Meist treten nur bei wenigen Narkoleptikern alle Symptome auf.

Behandlung

Narkolepsie ist nicht heilbar, aber behandelbar. Da es sich um eine eher seltene Krankheit handelt, ist die Auswahl an Medikamenten überschaubar. Hauptsächlich werden Stimulanzien, also wachhaltende und aufputschende Mittel verschrieben. Auch Antidepressive können eingesetzt werden. Zur Behandlung der Schlaflosigkeit während der Nacht werden zudem kurzfristig Schlafmittel verschrieben.

Nach heutigem Forschungsstand sind fehlende oder beschädigte Neurotransmitter, also die Botenstoffe im Hirn (Hypocretin-/Orexin) die Ursache einer Narkolepsie. Vermutet wird, dass dafür das körpereigene Immunsystem diese Nervenzellen verantwortlich ist. Neue Therapieversuche setzen daher unter anderem auf die Veränderung des Immunsystems. Außerdem wird bei einem gezielten Eingriff in das Hypocretin-/Orexin-System versucht, den fehlenden Neurotransmitter zu ersetzen. Weitere Substanzen werden erforscht und neue Antidepressiva sowie Stimulanzien mit Wirkung auf die Histaminregulation im Gehirn entwickelt, da Histamin nachweislich erhöhte Aufmerksamkeit auslöst.

Ursachen

Narkolepsie ist eine Funktionsstörung, die im Gehirn die Bereiche betrifft, die den Schlaf und das Wachsein steuert. Ursache ist vermutlich ein Zusammenspiel aus Veranlagung und Umweltfaktoren.

Stress oder prägende Lebensumstände sind höchstwahrscheinlich nicht die entscheidende Ursache für Narkolepsie. Allerdings können (starker) psychischer Stress aber auch Schädel-Hirn-Traumen, Operationen, Narkosen, entzündliche Erkrankungen (Enzephalitis, Multiple Sklerose), Tumoren oder Erkrankungen des zentralen Nervensystems Auslöser einer Narkolepsie sein. Dies ist allerdings ebenso wenig bewiesen, wie der Verdacht, dass bakterielle Infektionen und bestimmte Impfungen mögliche Ursachen sind.

Leben mit Narkolepsie

Schlaftagebücher können sinnvoll sein, um den persönlichen Rhythmus zu erfassen. Die meisten Narkolepsie-Patienten entwickeln eigene Strategien, um den Alltag trotz dauernder Schläfrigkeit zu überstehen: Regelmäßige kleine Schlaf- oder Entspannungspausen während des Tages, der Verzicht auf schlaffördernde entspannte Körperhaltungen wie beispielsweise gemütliches Sitzen oder Liegen und eine übertriebene Geschäftigkeit, sind typische Verhaltensmuster von Betroffenen. Häufig wird die unwiderstehliche Schläfrigkeit als größtes Problem beschrieben, die in Abständen von zwei bis vier Stunden wiederkehrt und/oder als Erschöpfung deutlich spürbar ist. Ein kurzes Nickerchen kann die Müdigkeit für die Dauer von einer bis zu drei Stunden beseitigen. Narkoleptiker sollten Situation mit erhöhter Verletzungs- oder Unfallgefahr möglichst meiden. Beispielsweise sollte man den Wunsch etwas zu kochen auf einen Zeitpunkt legen an dem man erfahrungsgemäß mit Sicherheit wach bleiben kann.

Da Außenstehende eine Schlafsucht als Faulheit, Depression oder persönliche Unfähigkeit deuten könnten, sollte das soziale Umfeld sollte über die Narkolepsie Bescheid wissen, damit Missverständnisse und Konflikte vermieden werden.