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Schnarchen: Jeder dritte Deutsche schnarcht im Schlaf. Das Risiko, selbst davon betroffen zu sein, nimmt mit steigendem Alter oder steigendem Gewicht immer weiter zu.  Beim Schnarchen unterscheiden Mediziner zwischen einfachem oder primärem Schnarchen und einer Schlafapnoe. 

Das einfache Schnarchen ist gesundheitlich völlig unbedenklich, der Betroffene bemerkt in der Regel nicht mal etwas von seinen nächtlichen Geräuschen. Ein Mensch schnarcht, wenn es durch die Verengung der Atemwege im Schlaf zu einer schnelleren Strömungsgeschwindigkeit der eingeatmeten Luft kommt. Dies bewirkt, dass das Gewebe im Mund- und Rachenraum beginnt zu vibrieren – das typische Sägegeräusch entsteht. Gründe für ein Schnarchen können vielseitig sein: eine Erkältung, Schnupfen, Übergewicht, eine Allergie oder Nasenbenhöhlenentzündung. Ebenso fördern das Schlafen in Rückenlage, Alkoholgenuss oder die Einnahme von Schlafmitteln das Schnarchen. Anders sieht es bei einer Schlafapnoe aus. Dieses ernstzunehmende Krankheitsbild ist klar vom „normalen“ Schnarchen abzugrenzen. Bei der Schlafapnoe kommt es zu Atemstillständen. Diese können enorme Langzeitschäden bei den Betroffenen verursachen.

Folgen von unbehandelter Schlafapnoe

Schlafapnoe sollte in jedem Fall behandelt werden. Meist ist es der Partner, der von den Atemaussetzern und dem unregelmäßigen Schnarchen gestört ist und den Betroffenen darauf aufmerksam macht. Bei einem Verdacht auf Schlafapnoe sollte ein HNO-Arzt aufgesucht werden. Unbehandelt kann diese Krankheit dazu führen, dass die Lebenserwartung des Betroffenen erheblich verkürzt wird. Grund dafür ist die hohe Belastung von Lunge und Herz, wenn der Körper regelmäßig mit zu wenig Sauerstoff versorgt wird. Setzt die Atmung vorübergehend aus, sinkt der Sauerstoffgehalt im Blut. Um den Mangel auszugleichen, muss das Herz schneller schlagen. Das Gehirn signalisiert dem Körper daraufhin ein Warnsignal, welcher bewirkt, dass der Betroffene plötzlich ruckartig sehr tief einatmet. Neben der verstärkten Tätigkeit wird das Herz außerdem durch regelmäßige Stressreaktionen im Schlaf überanstrengt. Dies kann den Herzmuskel nachhaltig schädigen. 

Das Herzinfarktrisiko ist bei Menschen mit Schlafapnoe um 30 Prozent erhöht. Die Gefahr einen Schlaganfall zu erleiden, ist bei Apnoikern rund sieben Mal höher als bei gesunden Mitmenschen. Außerdem sind Betroffene oft von Begleiterscheinungen geplagt: Sie fühlen sich tagsüber nicht fit, das Unfallrisiko ist bei ihnen also deutlich erhöht. Zu den Symptomen gehören außerdem Konzentrationsschwäche, Minutenschlaf, Sodbrennen und Errektionsschwierigkeiten bzw. Lustlosigkeit. 

Behandlungen bei Schlafapnoe

Bei Verdacht auf vorliegende Schlafapnoe steht ein Besuch im Schlaflabor an. Hier werden die Körperwerte des Betroffenen im Schlaf genau beobachtet. Zu den gemessenen Tätigkeiten zählen Gehirnaktivitäten, Herzschlag, Atemfunktion, Blutdruck und Sauerstoffgehalt im Blut. Möglich ist auch eine ambulante Schlafaufzeichnung, Polygrafie genannt. Ist die Krankheit dann diagnostiziert, werden mögliche Behandlungsverfahren geklärt. Viele Betroffene kommen gut mit einer Überdruckbeatmung (CPAP-Maske) klar, die die Atmungsfunktion im Schlaf unterstützt. Ein Schlaf in der Seitenlage wird von Medizinern empfohlen. Wenn das nicht klappt, sollte der Apnoiker mit dem Oberkörper erhöht liegen. 

Viele unserer Betten verfügen über elektrische Höheneinstellung, eine Nachrüstung des eigenen Bettes ist in vielen Fällen auch möglich. Wir beraten Sie gerne zu diesem Thema. 

In vielen Fällen hilft dem Betroffenen darüber hinaus eine Gewichtsreduktion, um die Atemaussetzer zu reduzieren. Weitere Maßnahmen können eine Bissschiene, Nasenpflaster oder verschiedene operative Eingriffe sein, bei denen beispielsweise die Nasenscheidewand gerichtet oder der Gaumen gestrafft wird. 

Was tun gegen Schnarchen?

Leidet ihr – oder vielmehr die Nachtruhe eures Partners – unter „einfachem“ bzw. „primären“ Schnarchen, gibt es einige Tips, die helfen könnten. Viele Menschen schnarchen ausschließlich, wenn sie in Rückenlage schlafen. In Seitenlage schläft es sich also wahrscheinlich bereits um einiges leiser. Wer vor dem Schlafen komplett auf Alkohol und Schlaftabletten verzichtet und bei Übergewicht eine langfristige Gewichtsreduktion erreicht, kann das Schnarchen im Normalfall erheblich verringern. Gegebenenfalls kann beim Arzt eine Protusions-Schniene angepasst werden, die den Unterkiefer vorschiebt, um die Zunge und den Gaumen ein wenig nach vorne zu verlagern und so die Atemwege zu vergrößern. 

Übrigens: In Essen gibt es die größte Selbsthilfegruppe für Schlafapnoe in Deutschland.